z a k - zusammen aktiv
kreativ
Generationenübergreifendes Wohnen
Wir sind
eine Gruppe von Frauen und Männern, die sich seit April 2007 regelmäßig
trifft, um alternative Wohnformen im Alter zu entwickeln. Zu der Kerngruppe
stoßen zeitweilig andere Interessierte hinzu. Sie ist offen für weitere
Interessenten.
Wir sind eine Arbeitsgruppe der Lokalen Agenda 21 e.V. in Trier und
Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Gemeinschaftliches Wohnen
Rheinland-Pfalz.
"z a k", der Name der Gruppe steht für zusammen, aktiv und
kreativ, Leben in einem generationenübergreifenden Wohnprojekt in selbstgewählter
Nachbarschaft von älteren Menschen, jungen Familien, Alleinerziehenden
und Alleinlebenden.
"Wohnprojekte sind dauerhafte Zusammenschlüsse von Menschen, die
freiwillig und bewusst bestimmte Bereiche ihres Lebens räumlich und
zeitlich miteinander teilen."
(Definition aus: Zusammen planen - gemeinsam wohnen; Forum Gemeinschaftliches
Wohnen, 2000)
Unsere Philosophie
gründet sich auf der Einsicht, dass bisher tragfähige Formen der Gestaltung
eines sozialen Miteinanders in Familien oder gewachsenen Gemeinschaften
durch neue Formen abgelöst werden müssen. Durch in Maßen gemeinsam gestalteten
Wohnalltag, orientiert an den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen,
wollen wir ein selbstbestimmtes und sinnerfülltes Leben - auch im Alter
- ermöglichen.
Wir wünschen uns ein tolerantes und undogmatisches Miteinander auf der
Grundlage von gegenseitigem Respekt und Rücksicht. Dazu gehört ein achtsamer
und ehrlicher Kommunikationsstil. Jeder Bewohner sollte seine eigenen
Fähigkeiten einsetzen können, um selbstverantwortlich zu leben. Darüber
hinaus kann er sich team- und konfliktfähig mit anderen Bewohnern weiterentwickeln.
Um nachbarschaftliche Verantwortungen füreinander zu übernehmen, bedarf
es der Ausgewogenheit zwischen Individualität und sozialem Engagement
sowie zwischen jüngeren und älteren Menschen.
Bedarfsstrukturen und Wünsche
Gespräche und Ergebnisse eines Fragebogens bei der o.g. Kerngruppe zeigen
zum jetzigen Zeitpunkt, dass sowohl der Umbau bestehender Gebäude (evt.
im Rahmen der Konversion) wie der Neubau entsprechender Wohnmöglichkeiten
interessante Perspektiven für die Gruppenmitglieder darstellen.
Ihr angegebener Wohnbedarf liegt zwischen 50 qm und 90 qm. Hinzu kommen
sollen Mehrzweck-Gemeinschaftsräume, Kellerräume, Gästezimmer oder eine
Gästewohnung. Für die bestehende Gruppe sind Barrierefreiheit sowie
neuzeitliche Umwelt- und Energiestandards, wie z.B. Niedrigenergiehäuser,
ggf. Blockheizkraftwerk wesentliche Qualitätsmerkmale. Für die älteren
Gruppenmitglieder ist es erstrebenswert, im Falle stärkerer Hilfsbedürftigkeit
Räume für Hilfs- und Pflegepersonen im Wohnumfeld zu haben.
Rechtsform und Finanzierungsmodelle
Die wirtschaftliche Ausgangslage der bisherigen Gruppenmitglieder ist
unterschiedlich, so dass sowohl Wohnungen als auch kleine Reihenhäuser
zur Miete im Gespräch sind. Das Einbringen von Kapital zur Mietminderung
sowie der Erwerb von Wohneigentum sollten möglich sein.
Die bestehende Gruppe favorisiert derzeit die Realisierung eines Wohnprojekts
im Rahmen einer Genossenschaft. In diesem Zusammenhang ist zu klären,
ob der Anschluss an eine bestehende Genossenschaft oder eine neu zugründende
vorteilhaft ist.
Von einer Entwicklungsgesellschaft wurde zudem ein Bauherrenmodell
vorgestellt, in dem ein Investor die Erstellung der Wohnungen, Gemeinschaftsanlagen
und Freiflächen übernimmt und an die vorgemerkten Interessenten vermietet
oder verkauft. Dabei sind bislang hauptsächlich die Interessen älterer
Menschen im Visier. Die Mitwirkung der Gruppe bei Planung und Umsetzung
ist ausdrücklich erwünscht. Die Realisierung sollte nach den Vorstellungen
der Entwicklungsgesellschaft in den nächsten beiden Jahren erfolgen.
Zeitrahmen
In der jetzigen Gruppe bestehen unterschiedliche Vorstellungen über
die zeitliche Realisierung des Vorhabens. So gibt es Teilnehmer, die
in ein bis zwei Jahren in ein Wohnprojekt umziehen möchten. Für andere
ist ein Zeitfenster von fünf und mehr Jahren realistischer. Deshalb
ist auch damit zu rechnen, dass die Mitglieder der jetzigen Planungsgruppe
sich möglicherweise in verschiedenen Wohnprojekten wiederfinden.
Geographische Lage
Die Mitglieder der jetzigen Gruppe sind sich überwiegend einig, das
angestrebte Gemeinschaftswohnprojekt in Trier zu verwirklichen. Unsicherheit
besteht jedoch darin, ob ein Höhenstadtteil mit besseren Klimaverhältnissen
oder die Innenstadt mit kürzeren Wegen favorisiert wird. Die Möglichkeit,
das Vorhaben im stadtnahen ländlichen Raum zu verwirklichen, steht ebenfalls
im Raum.
Ressourcen der Wohngruppe als Bereicherung des Gemeinwesens
Die Gruppe zak sucht bei der Planung und Realisierung ihres Wohnumfeldes
nicht nur optimale Verhältnisse für die Wohnbedürfnisse der Menschen,
sondern auch die Kooperation mit der Kommune und Einrichtungen im Gemeinwesen
und die Einbeziehung von Menschen unterschiedlichen Alters (Kinder,
Jugendliche, Erwachsene, junge Alte, Hochbetagte). Als aktive Mitbürger
möchten sie dort ihre Erfahrungsschätze, Interessen und Vorlieben einbringen.
Dieses zwischenmenschliche und bürgerschaftliche Engagement kann positiv
und stabilisierend auf das umliegende Quartier und dadurch vorteilhaft
für die Kommune wirken.
Die Ausgestaltung dürfte abhängig sein von den letztlich in der Gruppe
vorhandenen Interessen und Kompetenzen, der geographischen Lage und
dem Umfeld des Wohnprojektes. Beispiele (woanders genauer ausgeführt)
wären:
Unterstützung von
- ausländischen Studenten
- jungen Familien
- Kindertagesstätten
- schulischen Aktivitäten
- älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern in der Gemeinde
Die Einschätzung dieser und weiterer möglicher positiver Effekte eines
gemeinschaftlichen Wohnprojekteswurde auch in den Gesprächen und Diskussionen
beim letzten SPD-Forum (im November 2008) mit Frau Ministerin Malu Dreyer,
bei der sich unsere Gruppe zak vorstellte, und an der Vertreter der
Stadt und der Entwicklungsgesellschaft Petrisberg teilnahmen, verdeutlicht.
Stand: März 2009